Handelsregister

Was Sie unbedingt über andere wissen sollten:

Kennen tut es fast jeder, aber die genaue Definition bzw. wer mit was genau im Handelsregister vertreten ist, da müssen doch viele passen. Auf jeden Fall stecken viele wertvolle Informationen im Handelsregister, die für den alltäglichen Geschäftsverkehr durchaus nicht unwichtig sind.

Denn Hintergrundinformationen über Unternehmen und deren Träger sind das Fundament eines freien und offenen Marktes. Das Handelsgesetzbuch verlangt, dass die Firma und der Ort der Handelsniederlassung eines Kaufmanns zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet werden. Zudem werden Angaben zu dem Unternehmensgegenstand erwartet. Vor allem aber sind bei Gesellschaften die Vertretungsverhältnisse anzugeben. Als Datenquelle gibt das Handelsregister viel her: Ein häufiger Geschäftsführerwechsel weist nicht selten auf fehlende Kontinuität eines Unternehmens hin. Außerdem ist es interessant zu wissen, wie lange eine Firma bereits eingetragen ist, ob sich eine Gesellschaft in Liquidation befindet, wer die Geschäftsführer sind und wer als Prokurist berufen worden ist.

Die Rechnungslegung eines Kaufmanns etwa ist öffentlich, wenn er als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft eine bestimmte Größe überschreitet. Die Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften und von Personengesellschaften ohne voll haftende natürliche Personen sind ebenfalls zum Handelsregister einzureichen.


Das Handelsregister – Die deutsche Wirtschaft schwarz auf Weiß

In Deutschland existieren im Wesentlichen zwei staatlich verantwortete Datensammelstellen für Unternehmensmeldungen. Die eine ist für alle gewerblichen Unternehmen (Kaufleute) zuständig, die andere hat sich erst in den letzten Jahren für börsennotierte Unternehmen entwickelt.

Das Handelsregister, Abteilung A (HRA) führt den Einzelkaufmann, die offene Handelsgesellschaft, die Kommanditgesellschaft und die europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung. Hier stecken Informationen, wie: Sitz und Rechtsform des Unternehmens, sein Inhaber bzw. seine Gesellschafter, bei Kommanditgesellschaften die Höhe der Kommanditeinlage, die Bestellung oder Abbestellung von Prokuristen, ein möglicher Haftungsausschluss bei Geschäftsübernahme, die Eröffnung, Einstellung oder Aufhebung eines Insolvenzverfahrens sowie die Auflösung einer Gesellschaft und das Erlöschen der Firma.

In der Abteilung B (HRB) werden die Aktiengesellschaft, die Kommanditgesellschaft auf Aktien, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung sowie der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit eingetragen. Hier findet man Aufschluss über Sitz, Rechtsform und Gegenstand des Unternehmens. Bei der Aktiengesellschaft ergeben sich aus der Eintragung die Höhe des Grundkapitals und die Mitglieder des Vorstandes, bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien die Höhe des Grundkapitals und die persönlich haftenden Gesellschafter, bei der GmbH die Höhe des Stammkapitals und der oder die Geschäftsführer, ferner bei allen Rechtsformen die Bestellung und Abberufung von Prokuristen, die Eröffnung, Einstellung oder Aufhebung des Insolvenzverfahrens sowie die Auflösung der Gesellschaft und das Erlöschen der Firma.

Seit dem 19. Jahrhundert werden wichtige Unternehmensdaten mit Hilfe der lokalen Handelsregister zugänglich gemacht. Das Handelsregister ist von jedermann ohne besonderen Anlass einsehbar und es besteht eine Publikationspflicht. Dasselbe gilt von dem Vereins-, Genossenschafts- und Partnergesellschaftsregister. Darüber hinaus wurden die zur Veröffentlichung vorgeschriebenen Unternehmensinformationen bislang ganz überwiegend mittels Printmedien publiziert: Bundesanzeiger und Tageszeitungen und Börsenpflichtblätter.

Die Handelsregistereintragung und die Veröffentlichung ziehen Registergerichtskosten, Veröffentlichungskosten und Notarkosten nach sich, die sich insgesamt auf zwischen etwa 1.000,00 Euro bis 2.000 Euro belaufen. Nach wie vor gibt es auch kein zentrales Register. Bis 2001 gab es sogar 426 Handelsregister in den einzelnen Ländern, die für die Führung des Handelsregisters zuständig waren. Inzwischen hat sich die Anzahl durch Zusammenlegungen aber bereits reduziert. Musste man früher im Amtsgericht ewige Wartezeiten in Kauf nehmen, um eine Einzelabfrage über ein Unternehmen aus den verstaubten Archiven suchen und gegen Gebühr kopieren zu lassen, gibt es heute digitale Lösungen.